
Die menschliche Natur ist geprägt von Neugier und Erwartung. Vor allem in der Welt der feinen Uhrmacherkunst richtet sich diese Neugier jedes Jahr besonders intensiv auf die Messe Watches and Wonders. Im Jahr 2025 ist diese Spannung besonders groß, denn die Uhrenbranche befindet sich an einem kritischen Wendepunkt.
Die aktuelle Lage des Marktes lässt Experten aufhorchen. Laut Zahlen des Verbands der Schweizerischen Uhrenindustrie sank der Exportwert 2024 um 2,8 % auf 25,99 Milliarden Schweizer Franken. Die Entwicklung spiegelt sich ebenfalls auf dem Gebrauchtuhrenmarkt wider: Laut WatchCharts fiel der Gesamtmarktindex im Januar 2025 um 0,9 %, während ikonische Marken wie Rolex, Patek Philippe und Audemars Piguet ebenfalls rückläufige Tendenzen zeigten. Bereits seit dem Höhepunkt im Jahr 2022 korrigiert der Markt kontinuierlich, und Experten debattieren, ob dies eine temporäre Anpassung oder eine grundlegende Verschiebung der Marktdynamik signalisiert.
Dennoch gibt es Hoffnung. Die Luxusuhrenbranche zieht verstärkt jüngere Käufer sowie Frauen an und erschließt neue geografische Märkte. Diese neuen Zielgruppen könnten langfristig für Stabilität und Wachstum sorgen, sofern sich Marken flexibel zeigen und auf veränderte Bedürfnisse eingehen.
Rückkehr zu bewährten Modellen und Führungskräften Ein deutlicher Trend, der sich 2025 manifestiert, ist die Rückbesinnung auf bewährte Werte. Dies zeigt sich nicht nur in der Rückkehr erfahrener CEOs wie Jérôme Lambert zu Jaeger-LeCoultre, Antoine Pin zu TAG Heuer und Catherine Rénier zu Van Cleef & Arpels, sondern auch in der Produktstrategie. Die Marken konzentrieren sich vermehrt auf ihre klassischen Kernmodelle, die Sicherheit und Vertrautheit bieten. Beispiele sind etwa die legendäre Rolex Cosmograph Daytona und die ikonische Royal Oak von Audemars Piguet, die auch in schwierigen Zeiten Orientierung und Wertstabilität versprechen.
Wachsende Bedeutung von Damenuhren Die Uhrmacherei widmet sich zunehmend den Wünschen weiblicher Käuferinnen, die nicht nur ästhetische, sondern auch mechanische Raffinesse suchen. Chopard setzte 2024 ein Zeichen, indem es das ultradünne mechanische Kaliber 10.01-C speziell für Damenuhren entwickelte. Ähnlich engagiert zeigt sich Bvlgari, das in Zusammenarbeit mit Zenith ein automatisches Kaliber für kleine Damenuhren entwickelt hat, welches künftig auch bei Tiffany & Co. und Hublot Verwendung finden könnte. Die Botschaft ist klar: Hochwertige mechanische Damenuhren werden zunehmend zur Selbstverständlichkeit.
Dieser Trend wird durch eine stärkere Integration von Schmuckelementen unterstrichen, wobei Edelsteine sowohl bei Damen- als auch bei Herrenuhren präsenter werden. Prominente Auftritte von Schauspielern wie Robert Downey Jr., der eine mit Diamanten und Rubinen besetzte Omega Seamaster trug, unterstreichen diesen Trend.
Materialinnovationen im Fokus Die Innovationsfreude der Branche zeigt sich deutlich in der Materialwahl. Keramik erlebt eine Renaissance mit neuen, mutigen Farben bei Marken wie Louis Vuitton, Hublot und Rado. Besonders hervorzuheben ist Hublots Big Bang Tourbillon Automatic Green SAXEM, dessen grellgrüne Keramik für Aufmerksamkeit sorgt. Auch Titan gewinnt zunehmend an Bedeutung, da der Goldpreis Rekordhöhen erreicht und Verbraucher nach hochwertigen, leichteren Alternativen suchen. Rolex wird daher voraussichtlich vermehrt auf Titan setzen und möglicherweise kleinere Varianten der beliebten Yacht-Master-Serie vorstellen.
Der bewusste Verbraucher und der Wertgedanke „Value“ – oder Wert – gewinnt 2025 in der Luxusuhrenszene zunehmend an Bedeutung. Kunden werden anspruchsvoller und erwarten eine nachvollziehbare Begründung für hohe Preise, jenseits reiner Markennamen. Cartier nimmt hier eine Vorreiterrolle ein: Die Marke führte bereits in den 1970er Jahren die „Must de Cartier“-Linie ein, die Luxus demokratisierte und breiteren Käuferschichten zugänglich machte. Dieser Ansatz erfährt aktuell eine Wiederbelebung, sichtbar etwa im Cartier Tank Must, der nachhaltige Materialien wie recycelte Apfelschalen verwendet.
Andere Marken könnten diesem Beispiel folgen und durch sorgfältig kalkulierte Preise, nachhaltige Materialien und innovative Technologien neue Käufer gewinnen. Die Kombination von Preisbewusstsein, ökologischem Denken und exklusivem Design könnte den Markt nachhaltig verändern.
Zukunftsausblick und geheime Wünsche Neben klaren Trends existieren auch geheime Wünsche und Hoffnungen für Watches and Wonders 2025. Liebhaber hoffen auf mehr Uhrenmodelle, die technologische Innovationen mit klarem, klassischem Design verbinden, sowie auf Modelle, die Nachhaltigkeit und ethische Verantwortung verkörpern. Man träumt heimlich von bahnbrechenden, aber erschwinglichen Komplikationen, sowie von Uhren, die sowohl technologische Neuerungen als auch handwerkliche Perfektion vereinen.
Insgesamt befindet sich die Uhrenindustrie an einer Schwelle zwischen Herausforderung und Chance. Watches and Wonders 2025 wird nicht nur neue Trends präsentieren, sondern möglicherweise die Richtung der gesamten Branche für die kommenden Jahre bestimmen. Die Bereitschaft der Marken, sich anzupassen und den Wandel proaktiv zu gestalten, könnte letztlich entscheiden, welche Hersteller künftig den Ton angeben werden.
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